
Lucidity heißt das eindrucksvolle Debüt Album von Delain. Martijn Westerholt verpflichtete hierfür einige extrem talentierte Musiker wie zum Beispiel der finnische Bassist Marko Hielata (Nightwish, Tarot), der Gitarrist Jan Yrlund (ex-Lacrimosa) und die norwegisch-deutsche Sängerin Liv Kristine (ex-Theater of Tragedy, Leaves` Eyes). Außerdem waren einige renommierte niederländische Musiker in das Projekt eingebunden: Sängerin Sharon den Adel (Within Temptation), Gitarist Ad Sluyter (Epica), Drummer Ariën van Weezenbeek (God Dethroned), sowie Sänger George Oosthoek und Gitarrist Guus Eikens (ex-Orphanage).
Aber Delain gibt auch neuen Talenten eine Chance: die junge und relative unbekannte Sängerin Charlotte Wessels (ex-To Elysium) steuerte die meisten Vocals zum Album bei und bildet neben Martijn, der die meisten Songs schrieb, das Herzstück der Band. Ihre charakteristische Stimme verleiht Delain eine eigene Identität, da sie aus der Masse der hohen, opernartigen Stimmen, die so typisch für das Gothic-Genre sind, heraus sticht. Delain ist aufgrund ihres projektartigen Charakters eine außergewöhnliche Band. Die vielen Musiker und Sänger auf Lucidity haben alle ihre musikalischen Spuren hinterlassen: „I wanted to encourage interaction between the different musicians,” sagt Projektleiter Martijn. Aber trotz seiner leitenden Funktion ließ er reichlich Raum für persönliche Beiträge seiner Mitmusiker. Lucidity beinhaltet auch einige interessante Duette: Liv Kristine ist zusammen mit Marko Hielata bei „Day For Ghosts“ und mit Charlotte bei „See Me In Shadows“ zu hören. Sharon den Adels unverwechselbare Stimme ist ein großartiger Gegenpart zu Markos starken Vocals bei „No Compliance“, während die tiefe Stimme von George Oosthoek sehr gut mit Charlottes friedlicher Stimme harmoniert.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen, der musikalischen und stimmlichen Mannigfaltigkeit des Albums bilden die Songs eine ansprechende Einheit. Musikalisch charakteristisch für Delain sind markante Keyboards, bombastische Chöre und Tempiwechsel, gepaart mit schweren Gitarren, ultra-tighten Drums und großartigen Melodien. „I love beautiful, melancholic and powerful, even euphoric, music. But most important for me is the vibe of a song,” erklärt Martijn. Im Juli 2005 unterschrieben Delain bereits einen Vertrag bei Roadrunner Records und kurz darauf startete die Produktion des Albums in Deutschland, Finnland, Schweden und den Niederlanden mit Oliver Phillips und Martijn selbst an den Reglern, während Stefan Helleblad (Opeth, Rammstein und Dark Funeral) das finale Mixing vornahm.
Lucidity wurde bereits im September 2006 in Benelux veröffentlicht und stieg in die niederländischen Album Top 100 auf Platz 43 ein, was außergewöhnlich für einen Metal-Act ist. Zusätzlich hagelte es großartige Reviews. Zur ersten Single „Frozen” drehte die Band ein wunderschönes Video in Deutschland. Dieses Lied vereinigt alle Bestandteile, die Delain ausmachen: einen eingängigen Refrain, schwere Riffs, ein Gitarrensolo und einen Chor, kombiniert mit heiteren und melodischen Breaks.












