Stone Sours erstes Album seit vier Jahren feuert aus allen Kanonen und ist dafür erschaffen worden, die Aufmerksamkeit der Rock´n´Roll Gemeinde auf sich zu ziehen und ihre Herzen zu entfachen.
Schon ihr Debütalbum konnte reichlich Erfolge einstreichen: So wurde es in den Staaten zwei Mal für den Grammy nominiert und erreichte dort ebenso Gold-Status. Nicht zuletzt durch ihre Hitsingle „Bother", welche auch auf dem „Spiderman"-Soundtrack vertreten war, konnte sich Stone Sour in den Jahren 2002/03 als facettenreiche Naturgewalt positionieren.
„The intensity. The drama. The emotion. The colors. The darkness. The melodies. The anger. The honesty. The drive. The new. All of the above and more." Laut Frontmann Corey Taylor sind selbige die Ingredienzien, durch die sich das leidenschaftliche zweite Album definiert.
1992 in Des Moines, Iowa gegründet, musste Stone Sour zehn Jahre pausieren, bis Corey sich als Sänger seiner anderen Band Slipknot in das Buch der Rockgeschichte eingetragen hatte. Er wurde zu einer der meistbekannten Galionsfiguren des Metal, erreichte weltweit ungeahnte Erfolge und fand sich auf dem Olymp wieder. 2002 erschien das selbstbetitelte Debütalbum von Stone Sour, doch 2004/05 mussten wiederum komplett Slipknot gewidmet werden.
Die beiden kommenden Jahre stehen ganz im Zeichen Stone Sours. James Root (ebenso bei Slipknot an der Gitarre), Bassist Shawn Economaki, Gitarrist Josh Rand und der neue Drummer Roy Mayorga (Ex-Soulfly) komplettieren die Gruppe. Kein Projekt, eine eigenständige Band präsentiert sich hier, in der von Ur-Metallern eine eher rockige Facette ausgelebt werden kann, welche mit Ambition und Herzensblut angegangen wird. Im Gegensatz zum Debütalbum, bei dem auch Material verwendet wurde, das seit Jahren in den Schubladen auf eine Veröffentlichung gewartet hatte, wurde bei diesem Werk wesentlich mehr Zeit und eruptive Energie in den Kreativprozess investiert. So wurden erstmals Gastmusiker eingeladen: Rami Jaffee von The Wallflowers (Piano bei "Zzyzx Road") und Godsmack´s Schlagzeuger Shannon Larkin (bei "30/30-150") brachten ihr Talent mit ein.
Schlussendlich durch die Produktion von Nick Raskulinecz (u.a. Foo Fighters, Velvet Revolver) kann sich nun die volle Brillanz der Musik, einem variationsreichen Fächer gleich, entfalten:
Knisternd klare Passagen, die wie Atem an einem Wintermorgen vor den Augen tanzen, finden einen nahtlosen Übergang zu rotzigen Stoner Rock Parts. Triefend von Whiskey-Aroma und dem Benzolgeruch einer verlassenen Highway-Tankstelle.
Die fast durchweg melodiösen Ansätze in den Vocals mögen für den Frontmann von Slipknot zwar zunächst überraschend anmuten, jedoch beschreitet Corey nur konsequent den Weg weiter, den er auf der letzten Slipknot-Scheibe „Volume 3: The Subliminal Verses" bei einigen Songs eingeschlagen hatte: „With Stone Sour, I loosen up and show more of myself," so Mr. Taylor. "As soon as the fans hear this new record, they'll see it's different than anything that we have ever done. It gives me a chance to do the singing that I love to do, the type of singing that I do when I'm walking around my house." Taylor, der sich selbst als extrovertiert beschreibt, mag zwar der Sprecher Stone Sours sein, aber er besteht darauf, dass es sich hier um ein Gemeinschaftswerk handelt. Etwas, das nur als Gruppe funktioniert und wo er sich in eben jener Einheit als Teil des Ganzen verstehen und einfühlen kann. „I've been able to blend into the background if needed, you know? You grow up thinking being recognized all the time will be sweet, but sometimes you just want to be one of the guys. I think I balance it fairly well, without killing people."
Gitarrist Josh Rand, der während den Aufnahme-Sessions durchschnittlich 3 bis 5 Meilen pro Tag rannte, um seinen Geist für die anstehende Arbeit zu entspannen, ist der Meinung, dass der Dualismus von „Come What(ever) May" einen Großteil der Qualität des Albums ausmacht. „This album's content will fit any mood you may be in," so Rand. „If you've had a shitty day at work, you could crank ‘Hell And Consequences‘. If you need a little optimism, you could listen to ‘Through Glass‘. If you are feeling depressed, you could listen to ‘Zzyzx Road'."
„Come What(ever) May" ist ein sensorisches Experiment, ein Konglomerat der Emotionswelt, zu der ein Mensch fähig ist. Die erste Single „30/30-150" und auch der Track „Reborn" entfachen beispielsweise eine innerliche Hitze, ein brodelndes Inferno. Quellen doch schon die ersten Takte einem unaufhaltsamen Lavastrom gleich aus den Boxmembranen. „Through Glass" hingegen verfolgt seinen eigenen, bittersüßen Weg und hinterlässt ein Lächeln, wenngleich nur der Fühlende weiß, ob es ein herzliches oder ein zynisches sein wird. Das Monument ist gelegt, welche Architektur das Haus darauf haben wird, bleibt dem Hörer überlassen.












