Ian Anderson
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Ian Anderson

Ian Anderson, 1947 in Dunfermline/Schottland geboren, wurde berühmt mit der britischen Kultband Jethro Tull. Als Flöte spielender Derwisch hat er Musikgeschichte geschrieben, und mehr als 60 Millionen verkaufte Alben machen deutlich, dass Jethro Tull seit 35 Jahren kontinuierlich Erfolge feiern können.

Ian Anderson lebt mit seiner Frau Shona, mit der er seit 26 Jahren verheiratet ist, auf einer Farm im Südwesten Englands. Ihre beiden Kinder, James und Gael, arbeiten in der Musik- bzw. Fernsehindustrie. Auf seiner Farm hat er ein eigenes Tonstudio, in dem er sowohl viele seiner Soloalben, als auch viele der Tull Alben selbst abgemischt hat. Ian Anderson setzt sich für den Schutz von Wildkatzen ein, sammelt seltene Leica-Kameras, züchtet scharfe Chili-Schoten, besitzt einige Motocross-Motorräder, ein paar Sportwaffen und ein Saxophon, von dem er versprochen hat, es niemals wieder zu spielen.

In Blackpool gründete Ian mit seinen Freunden die Schülerband „The Blades“. 1967 zog es die Jungs ins London der Swinging Sixties und in verschiedenen Bandbesetzungen tingelten sie unter täglich wechselnden Namen durch die Clubs in England. Als Jethro Tull spielten sie mehrere Abende im legendären Marquee Club und begeisterten die Musikindustrie. Mit dem Sunbury Jazz & Blues Festival begann im August 1968 der große Aufstieg der Band.

Ein großer Teil der Aufmerksamkeit galt natürlich dem aussergewöhnlichen Frontmann: Mit langen roten Locken, wild gestikulierend und grimassenschneidend vollführte Ian Anderson Akrobatik auf der Bühne. Dazu setzte er ein Instrument ein, das bis dahin in der Rockmusik unvorstellbar gewesen war: die Querflöte.

Bemerkenswert ist, dass Musik und Texte sich niemals in eine Schublade pressen ließen. Die Anfänge als bluesorientierte Band wurden bereits mit dem Titel der ersten Platte This Was korrigiert. Mit dem zweiten Album Stand Up verpassten ihnen die Kritiker die Zuordnung „Progressive Rock“. Die Verkaufsschlager Aqualung und Thick As A Brick galten als die ersten Konzeptalben der Rockgeschichte. In den 70ern wurde die Musik von Songs From The Wood und Heavy Horses plötzlich als Folk-Rock bezeichnet. Und 1987 erhielt Jethro Tull für Crest Of A Knave den Grammy für das beste Heavy Metal Album – sehr zum Missfallen der gleichfalls nominierten Metallica.

Neben seinen Kompositionen für die Band dachte Ian Anderson aber immer wieder über ein Soloprojekt nach. Einen ersten Anlauf nahm er 1980, holte dann aber doch einige Tull-Musiker ins Studio. So wies nur noch der Titel A darauf hin, dass es ursprünglich als Anderson-Album gedacht war.

1983 kam dann das erste Soloalbum Walk Into Light auf den Markt. Damit verblüffte Anderson aber nicht nur die Kritiker, sondern auch die Fans reagierten unterschiedlich auf die elektronische Musik, bei der die Tull-üblichen Schlüsselreize der Querflöte und akustischen Gitarre nur spärlich eingesetzt wurden.

Erst zwölf Jahre später veröffentlichte Ian Anderson Divinities – Twelve Dances With God, ein reines Instrumentalalbum, auf dem ganz unterschiedliche Einflüsse der Worldmusic verarbeitet wurden. Durch den orchestralen Sound geriet dieses Werk in die Abteilung „Klassik“.

Schon seit den 70er Jahren forderten die Fans ein akustisches Album und diesen Wunsch entsprach Anderson im Jahr 2000 mit The Secret Language Of Birds. Seine Anhänger dankten es ihm mit frenetischem Beifall und das Album bekam hervorragende Kritiken. Am 25. August 2003 wird mit „Rupi’s Dance“ ein weiteres Soloalbum von Ian Anderson veröffentlicht.

Nach 35 Jahren Bandgeschichte, 21 Studioalben und diversen Compilations mit Jethro Tull, nach mehr als 2.500 Konzerten in allen Teilen der Welt vor Millionen von Zuschauern ist Ian Anderson auch weiterhin offen für neue Ideen und Projekte. So beteiligt er sich regelmäßig an Leslie Mandokies All Star Projekt oder er taucht auf einer CD der New Yorker Punkband The Six And Violence auf.

2002 startete er mit der Rubbing Elbows Tournee ein neues Live-Konzept. Dabei bietet er ein kurzweiliges Programm aus Gesprächen mit Fans und Jethro Tull Musik der eher akustische Art. Sein typisch britischer Humor sorgt bei diesen Shows für beste Unterhaltung.